"He had a stone on his shoulder, now it's gone!" "Ihm lag ein Stein auf dem Herzen, jetzt ist er weg" sagt Frau Jordan. Sie lebt mit ihrem Mann Hans in Manchester. Dessen Eltern waren als Juden von München nach Litauen deportiert und ermordert worden. Ein Stolperstein vor dem ehemaligen Wohnhaus in München gab den Eltern des heute 80-jährigen Hans deren Namen und deren Würde zurück.
Dies schildert eine Szene aus dem beeindruckenden Film
"Stolperstein" zu dem der
Förderverein für jüd. Geschichte und Kultur, der DGB und das Ev. Dekanat am 1. September ins Groß-Gerauer Kino eingeladen hatten. Im anschließenden Kinogespräch ging es u.a. darum, dass es häufig die Enkel sind, die sich "der Schuld" und dem Geschehen annähmen. Eine junge Jüdin aus Ungarn brachte es im Film auf den Punkt:
"Die erste Generation schweigt, die zweite ist zu nah dran, die dritte muss es machen.". Die Rede ist von
"Erinnerungsarbeit" - die mit Stolpersteinen vor den ehemaligen Wohnhäusern der jüdischen MitbürgerInnen auch in Groß-Gerau realisiert werden sollte. Dafür setzen sich inzwischen viele Bürgerinnen und Bürger Groß-Geraus ein. Leider waren keine Stadtverordneten zum Kinobesuch und zum Austausch gekommen. Gunter Demnig erfährt mit seiner Kunst inzwischen weltweit große Anerkennung. Dabei liegen in jedem einzelen Stein, den er gießt, Tränen und Schweiß. Für
"den eigenen Weg" den die Groß-Gerauer politische Mehrheit aus CDU und Kombi kontra Stolpersteine für eine andere Form des Gedenkens angekündigt haben, gibt es leider derzeit wenig Austausch mit Dekanat und Förderverein. Sie befassen sich seit mehr als 10 Jahren gemeinsam anhand etlicher Publikationen mit ehemals jüdischem Leben in Groß-Gerau und deren Erinnerung.
Weitere Informationen auf der website des Vereins für Jüdische Geschichte und Kultur www.erinnerung.org